Samstag, 12. März 2016

Nähe und Distanz - eine Gratwanderung mit Potenzial

Ob man nun einen Blog, einen Roman oder gar seine Memoiren schreibt, man begibt sich auf eine gewisse Gratwanderung, denn wer schreibt, gibt - direkt oder zwischen den Zeilen - allerhand von sich Preis. Offenheit ist gut, um in Kontakt zu kommen. Meine Erfahrung ist: Je offener ich bin, desto mehr öffnen sich die Menschen in meinem Umfeld, selbst die, die gerade noch so ängstlich und verschlossen wirkten. Zu viel Offenheit hingegen kann gefährlich sein. Sie macht uns verletzlich. Aber wie findet man die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz?
Alten Menschen wird oft nachgesagt, sie seien misstrauisch. Das mag damit zusammen hängen, dass sie eher als junge Menschen, die viele eigene Erfahrungen erst machen müssen und wollen, wissen, was alles denkbar ist im Leben.
Allzu spontanen Zeitgenossen sei etwas Zurückhaltung empfohlen. Atmen Sie zumindest ein oder zweimal durch, bevor sie im Überschwang der Gefühle etwas sagen oder allzu offen zugeben, was Sie im nächsten Moment vielleicht gern zurücknehmen würden. (Auf meiner Website finden Sie dazu einen sehr wahren Spruch von Hilde Domin.)
Hören Sie Ihren Mitmenschen zu. Beobachten Sie einfühlsam. Versuchen Sie wahrzunehmen, wie vertrauenswürdig Ihr Gegenüber ist. Aber auch wie belastbar. Wie interessiert.
Nähe zu empfinden und zu geben, ist wunderschön. Es muss nur in der angemessenen Form geschehen, so dass alle Beteiligten sich wohlfühlen können. Bewahren Sie sich Ihre natürlich Neugier auf andere Menschen. Versuchen Sie, Ihnen auf gute Weise nahezukommen. Und akzeptieren Sie fröhlich und selbstbewusst, wenn man Ihnen Grenzen setzt.

Freitag, 4. März 2016

Jugendliche Leichtigkeit durch Ausmisten

Ich gestehe: Ich gehöre zum Typus der Jäger- und Sammlerinnen. Ich liebe Flohmärkte. Und selbst wenn das nicht so wäre, im Laufe des Lebens sammelt sich allerhand an zwischen den eigenen vier Wänden. Zudem habe ich ein relativ gutes Gedächtnis, was Dinge anbelangt. Bei vielen Gegenständen weiß ich noch, wer sie mir schenkte oder wo ich sie selbst ergatterte. Ich kann das Gefühl der Freude noch deutlich spüren, das ich empfand, als dieses Etwas in mein Leben trat. Und ich würde es fast als Treulosigkeit empfinden, es so einfach schnöde loszulassen. Kennen Sie das?

Doch irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht. Will man nicht zum Messie mutieren, dann muss Schluss sein mit der Sammelei. Zumindest sollte man für jeden Gegenstand, der neu ins Haus kommt, einen anderen entsorgen. Oder besser zwei oder drei ... Verkaufen, verschenken, ins Sozialkaufhaus bringen oder zur Not sogar dem Müll anvertrauen. Der Lohn? Ein gewisses Gefühl von Freiheit. Irgendwo habe ich mal gelesen, Ausmisten mache ebenso glücklich wie Neukaufen. Da ist was dran. Wenn plötzlich Luft in den Regalen herrscht und dadurch deutlich mehr Übersicht, macht der eigene Besitz wieder neu Spaß. Man entdeckt längst Vergessenes und kann es wieder bewussst nutzen. Hier liest man das seit Jahren ungelesene Buch, dort trägt man eine alte Kette wieder, die im Schmuckkästchen vor sich hin schlief. Hier probiert man endlich das besondere Rezept aus dem Kochbuch der Großmutter, dort trägt man eine fast vergessene Bluse wieder.

Gerade wenn wir älter werden, ist die Sache mit dem Auf- und Ausräumen wichtig. Sie verhilft zu mehr Klarheit und fast jugendlicher Leichtigkeit. Sie befreit uns von Ballast, der bekanntlich beschwerlich wirken kann. Sie schafft Raum für Neues - eher für neue Gedanken und Ideen als für weitere Sachen, wenn möglich.

Wie geht es Ihnen mit alledem? Ich freue mich über Kommentare. :-)

Mittwoch, 24. Februar 2016

Frühlingsgefühle - die Sehnsucht nach Liebe

Für Frühlingsgefühle ist man niemals zu alt. Theoretisch können die sattsam bekannten Symptome ja zu jeder Zeit des Jahres auftreten. Ich aber finde, dass sie stärker werden, je mehr das zunächst noch junge Jahr voranschreitet. Kommen erst einmal die ersten richtig milden Tage, wird es "schlimmer". Die Pflanzenwelt knospet und blüht, Osterlämmer blöken, dicke Winterjacken verschwinden im Schrank. Irgendwie fühlt man sich befreit, jünger als sonst, voller Schaffensdrang, aber auch angefüllt mit vager Sehnsucht. Das verlangt nach Taten.

Vielleicht renovieren Sie jetzt Ihre Wohnung. Mag sein, sie starten durch zu einem umfassenden Frühjahrsputz oder sie misten Ihren Kleiderschrank aus. Wenn Sie in einer Beziehung leben, sind Sie nun anhänglicher als sonst. Da wäre es sehr schön, wenn Ihr Partner, Ihre Partnerin in ähnlicher Stimmung wäre. Was aber, wenn Sie allein leben und gerade nicht verliebt sind? Dann haben Sie mehrere Möglichkeiten:
  • Sie stöbern in alten Fotoalben und erinnern sich, wie schön es einmal war in Sachen Liebe. - Hm, schlechter Rat. Das dürfte Ihre Sehnsucht nach Nähe eher anstacheln als stillen.
  • Sie melden sich in einer Dating-Börse an, füllen Ihr Profil aus und gehen gezielt auf Männer-  oder Frauensuche.
  • Sie intensivieren Ihre gewohnten zwischenmenschlichen Kontakte - am Arbeitsplatz, beim Sport, beim Spaziergang mit dem Hund. Und hoffen, auf diese Weise den Richtigen, die Richtige zu finden.
  • Oder aber Sie finden sich damit ab, dass Sie derzeit allein leben. Erstens heißt das ja noch lange nicht, dass das ewig so bleiben wird. Und außerdem hat das Single-Leben ja auch Vorteile, die sich einfach nicht wegdiskutieren lassen. Führen Sie sich zur Not all die Paare vor Augen, die muffelig nebeneinanderherleben und einander nur noch wenig zu sagen haben. Nehmen Sie bewusst wahr, wie frei Sie gerade sind und was Sie gerade nicht einem anderen Menschen zuliebe tun müssen. Denken Sie darüber nach, was Sie gerade brauchen, was Sie sich selbt Gutes tun können. Weil Sie es sich wert sind.
Mein Blick fällt gerade auf ein Buch im Regal: "Endlich Zeit für mich!" Genau! Genießen Sie das. Deuten Sie Ihre Frühlingsgefühle um. Machen Sie das Beste daraus. Sie sind der wichtigste Mensch in Ihrem Leben und dieses Leben kann so schön sein ...!

Sonntag, 24. Januar 2016

Lebensglück durch Dankbarkeit - "Selbstverständlichkeiten" genießen


Inzwischen gehöre ich zwar immer noch zur Generatioin 50 +. Genauer gesagt bin ich aber seit März letzten Jahres mit der ersten Sekunde nach meinem 60. Geburtstag schon Mitglied der Generation 60 +. Das soll aber an diesem Blog nichts ändern. Denn die  Zahl ist weniger wichtig - die Lebensfreude ist es, die zählt. Und die ist in jedem Alter möglich.

Ein sehr wichtiger Baustein: die Dankarkeit. Als Kinder mussten wir nicht nur das "schöne Händchen" geben, wir mussten auch immer brav "Danke" sagen. Wir taten es gehorsam, automatisch, aber wohl in den seltensten Fällen bewusst. Das aber kann heute anders sein - zum Glück!

Kennen Sie das: "Also, wir können ja wirklich dankar sein, dass ...!"  Aber haben Sie es schon einmal selbst ausprobiert? Waren Sie schon einmal bewusst dankbar dafür, dass Sie auch an diesem Morgen wieder die Augen aufschlagen durften, also am Leben waren? Dass Sie nicht nur die Augen aufschlugen, sondern auch alles um sich herum gut erkennen konnten (wenn es nicht gerade noch stockdunkel war), einfach weil Ihr Augenlicht wie gewohnt funktionierte?

Wie gewohnt - das ist wohl der Knackpunkt. Wir sind so gewöhnt an die "Selbstverständlichkeiten" des Lebens, dass wir uns nicht mehr freuen können. Aber gerade dadurch entgeht  uns so manches Aufatmen und das bewusste Gespür dafür: Das Leben ist wunderschön! Zumindest viele Momente darin sind wunderschön, auch und gerade dann, wenn Sie vielleicht denken: "Mir geht es alles andere als gut. Ich bin krank. Mein Mann ist ein Stinkstiefel, meine Frau die entsprechende Stiefelette. Wir haben nicht genug Geld. Ich habe keine Arbeit." Es stimmt schon, es gibt genug zu beklagen - in der großen Welt und in unserer eigenen kleinen Welt. Aber Glück findet sowieso immer nur im Augenblick statt.

In diesem Augenblick dürfen Sie sich erlauben, glücklich zu sein. Gehen Sie einmal durch Ihr Haus oder durch Ihre Wohnung. Wenn Sie im Bett liegen (müssen), wandern Sie mit den Blicken durchs Zimmer. Sehen Sie sich um. Was ist mit schönen Erinnerungen verbunden? Wofür können Sie jetzt dankbar sein. Nehmen Sie einige Gegenstände in die Hand, betasten Sie sie mit geschlossenen Augen. Wie fühlt sich das an? Welche Gefühle stellen sich ein? Betrachten Sie Ihren Partner. Fragen Sie sich, was er oder sie für Sie getan hat in den Jahren Ihres Zusammenseins. Alles nur selbstverständlich? Genießen Sie bewusst, was Sie heute essen. Kosten Sie es aus? Nehmen Sie Ihre Kinder oder Enkelkinder in den Arm, spüren Sie ihre Wärme, lauschen Sie ihrem Atem, streicheln Sie ihnen übers Haar. Wenn Sie nicht bei Ihnen sein können oder wollen, rufen Sie sie an. Lauschen Sie ihren Stimmen. Interessieren Sie sich ganz bewusst für sie. Stellen Sie sich selbst für einen Moment in den Hintergrund. - Wie wunderbar, dass es sie gibt! Aber wie schön auch, dass es Sie gibt. Sie sind nämlich einmalig.

Ich habe die Erfahrung gemacht: Es funktioniert, das Glücklichsein per Dankbarkeit. Man muss nur bewusst daran denken. Jeden Tag und mit einer gehörigen Portion Vorfreude auf das, was Sie alles entdecken werden, wenn Sie nur wollen. Ganz besondes heute. Und das an jedem Morgen neu. :-)

Samstag, 5. Dezember 2015

Göttliche Kreativität

Wenn man älter wird, wird manches schwieriger. Zipperlein setzen ein. Darüber vergisst man leicht, dass manches auch besser wird. Auch wenn man das sicher nicht verallgemeinern kann: Manche Pflichten fallen weg. Das führt zu mehr Freizeit. Nutzen Sie diese Freizeit kreativ.

Der Handarbeitsboom zeigt, wie viel Spaß es macht, selbst etwas zu erschaffen. Der Markt wird überflutet von Anleitungsbüchern und -heften. Eine schöne Neuerscheinung ist "Brigitte kreativ". Gerade ist Heft 2 auf den Markt gekommen. Darin finden Sie viele tolle Strickanleitungen, ein Schnittmuster für ein simpel zu nähendes, herrlich legeres Kleid in drei Versionen, winterliche Deko-Ideen und vieles mehr. Für 6,50 Euro ist das Heft zu haben.

Nehmen Sie sich Zeit für schöne Dinge. Genießen Sie Muße. Vielleicht heute?

Samstag, 28. November 2015

Unwiederholbar - dieser einzigartige Moment

Kurt Tepperwein schreibt in seinem neuesten Buch "So leben wir heute" etwa Folgendes: "Ich hatte ein herrliches Leben. Ich habe es nur nicht oft genug gemerkt." Es geht ihm darum, "heute" zu leben, im Hier und Jetzt. Nun ist das mit dem "Hier und Jetzt" ja schon fast ein bisschen zu oft gesagt und geschrieben worden. Allmählich klingt es abgedroschen - und doch ist es wahr.

Viel zu oft leben wir in der Vergangenheit, hadern mit bösen Erinnerungen oder mühen uns damit ab, gute heraufzubeschwören. "Weißt du noch, damals ...?" Mindestens ebenso oft sind wir mit den Gedanken in der Zukunft. Ich muss noch dies, ich will noch das. Oh Gott, was, wenn ...?!
Das Leben aber findet jetzt statt. Das ist umso bedeutsamer, je älter wir werden. Tag für Tag ein bisschen mehr. Die Chancen, das Leben wahrhaftig zu leben, werden naturgemäß geringer.

Auch wenn junge Menschen theoretisch schon in der nächsten Sekunde tot sein können, weil ein Flugzeug just über dem Haus abstürzt, in dem sie sich gerade aufhalten, so ist das doch relativ unwahrscheinlich. Je älter wir aber werden, desto wahrscheinlicher wird unser Leben in überschaubarer Zukunft enden. Ach, wie schrecklich? Aber nein! Noch leben wir ja noch. Deshalb, genießen wir doch den Augenblick, diesen Augenblick. Wie schön ist es, frei atmen zu können. Einfach weil die Luft gut genug dazu ist, weil unsere Atmungsorgane gerade reibungslos funktionieren. Wie wunderbar ist es, das ungehindert sehen zu können, was wir gerade vor uns haben, bewusst und in allen Einzelheiten. Farben und Formen, Strukturen. Praktisches und Künstlerisches, Natur und Technik, Menschen, Pflanzen und Tiere.Vielleicht haben Sie gerade eine Bienenwachskerze zur Hand, an der Sie schnuppern können. Oder Sie backen, noch rechtzeitig zum 1. Advent, schnell ein paar Kekse. Hm, wie die duften, wenn sie fast gar sind! Berühren Sie doch gerade jetzt einmal zärtlich Ihren Partner, wenn Sie einen haben, und genießen Sie, dass er (oder sie) da ist, anstatt ihn oder sie für selbstverständlich zu halten. Es gibt so viele Möglichkeiten, jetzt dankbar und bewusst zu leben. In diesem Moment. Ein Moment, in dem wir unser einzigartiges Leben spüren können. In diesem Augenblick, der einfach unwiederholbar ist.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Bücher für mehr Lebensfreude

Meine Güte, wo ist die Zeit geblieben? Ich hatte mich so gefreut, meinen ersten eigenen Blog eröffnet zu haben. Es war einfacher, als gedacht. Doch dann forderte das Leben mich wieder mit all seinen Facetten, und nicht jede trug zur Freude bei. Der Lebensfreude-Blog begab sich in den Tiefschlaf.
Inzwischen freue ich mich über 60 Lebensjahre. Und konstatiere: Hurra, ich lebe noch! Also gehört der Lebensfreude-Blog reaktiviert. Außerdem denke ich gerade darüber nach, einen zweiten Blog zu eröffnen. In dem soll es um lauter schöne Bücher gehen.
Nun ist es ja nicht so, dass es solche Blogs nicht schon in Hülle und Fülle gäbe. Aber meinen eben noch nicht. Und jeder Blog ist - hoffentlich - einzigartig. Das mit dem Bücherblog hat natürlich seinen Grund. Ratschlag24.com, das Online-Portal, über das ich seit 2007 so herrlich unkompliziert veröffentlichen konnte, was mir wichtig war, hat seine Pforten kürzlich für voraussichtlich immer geschlossen. Zugleich sind all meine dort veröffentlichten Artikel - es waren an die tausend - verschwunden. Dabei dachte ich doch, das Netz vergisst nichts. In den letzten Jahre hatte ich keine Beiträge mehr gespeichert und archiviert. Das Vertrauen in das Portal war einfach zu groß.
Nun gut, man lernt nicht aus. Auf zu neuen Ufern! Bald also wird es hier einen Bücherblog geben. Ich muss ihn nur noch einrichten und nach einem Namen suchen. Hat jemand unter meinen geneigten Lesern vielleicht die ultimative Idee für einen knackigen Namen? Ich denke da in etwa an "Bücher-für-mehr-Kreativität-und Lebensfreude" oder so. Und mit den Büchern, die ich darin dann rezensiere, werde ich, so hoffe ich, vielen Menschen ein bisschen mehr Lebensfreude schenken können. Sie über interessante Bücher aus den Bereichen Psychologie, Lebenshilfe, Spirituatlit und Kreativität informieren. Und die Lektüre dieser Bücher soll zu mehr Lebenslust verhelfen. -
So schließt sich der Kreis. Irgendwie schön, oder?